ESR - Methode (Technologie)

Der Albumin-Funktionstest untersucht die Konformationsmobilität des Albuminmoleküls mit Hilfe der Elektronenspinresonanz (ESR). Dabei werden drei unterschiedliche Serumalbuminlösungen mit steigenden Konzentrationen an Ethanol und spinmarkierter Fettsäure untersucht. Diese simulieren die Ladungs-, Transport- und Entladungsbedingungen in vitro (Taboada et al., Chemical Physics, 2007; Reed et al., JBC, 1989). Durch die Zugabe einer spinmarkierten Fettsäure können sowohl die hochaffinen als auch die niedrigaffinen Bindungsstellen des Albuminmoleküls untersucht werden. Für die verwendete Fettsäure besitzt das Albumin sieben Bindungsstellen (Bhattacharya et al. JMB, 2000), davon sind 3 als hochaffin und 4 als niedrigaffin charakterisiert (Simard et al., PNAS, 2005). Die Simulation der ESR-Spektren erlaubt die Berechnung von Bindungskonstanten, Bindungskapazitäten und biophysikalischen Parametern der beiden Bindungsstellengruppen für die drei verschiedenen Serumalbuminlösungen. Mit Hilfe dieser Parameter können die Transportparameter (BE, RTQ und DTE) berechnet werden, indem die einzelnen Größen in den unterschiedlichen Konzentrationen an Ethanol und spinmarkierter Fettsäure miteinander in Beziehung gesetzt werden.

BE – Bindungseffizienz: physikochemische Eigenschaften der Fettsäurebindungsstellen

RTQ – Reale Transportqualität: globaler Parameter der Albumintransportfunktion

DTE – Detoxifikationseffizienz: Parameter des Albumin als ein Transportmolekül in einer kompetitiven Situation

Die Parameter wurden zum Zeitpunkt der Entwicklung auf eine Normalpopulation normiert.

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