Grundlagen des Albumin-Funktionstests

Der Albumin-Funktionstest bietet die Möglichkeit, auf schnelle und einfache Weise zu überprüfen, ob die Funktionalität des Albumins als Transportprotein durch pathophysiologische Veränderungen beeinträchtigt ist. Verschiedene Module des Tests ermöglichen die diagnostische Nutzung bei unterschiedlichen Erkrankungen, wie Krebs, Leber- bzw. Nierenerkrankungen und Sepsis.

Das als zugelassener Test bestehende Modul zur Krebsdiagnostik für die Beurteilung maligner Prozesse ist beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) als "sonstiger Tumormarker" registriert. Die Diagnostik von Sepsis und Lebererkrankungen erfolgt derzeit im Rahmen klinischer Studien.

Der Albumin-Funktionstest beruht auf der Bestimmung von Konformationsänderungen des Albuminmoleküls, diese werden durch Änderungen in seiner Bindungskapazität gegenüber Fettsäuren detektiert. Das Albumin dient im Blut unter anderem als Transportprotein für wasserunlösliche Substanzen wie Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente sowie Metabolite und Pharmaka. So können die von Tumorzellen ins Blut abgegebenen Peptidfragmente oder Lipide an das Albumin binden (Lowenthal et al. 2005, Mehta et al. 2003, Xu et al. 1998) und bewirken dadurch eine veränderte Fettsäurebindung. Bei Patienten mit Lebererkrankungen wird dies durch eine erhöhte Toxinbelastung bewirkt (Jalan et al., 2009).

Diese veränderte Fettsäurebindung kann mit Hilfe der Elektronenspinresonanz (ESR) gemessen werden. Dafür werden einer Blutserumprobe radikaltragende Fettsäuren zugegeben und deren Bindung an das Albumin mit der ESR untersucht. Aus dem ESR-Spektrum der Serumprobe können Aussagen über die Bindungskapazität des Albumins gewonnen werden.

Komponenten ESR Spektrum

Da die Fettsäuren unterschiedliche Bindungseigenschaften aufweisen, zeigt das ESR-Spektrum mehrere Komponenten. In der Abbildung sind die Zerlegung eines solchen gemessenen ESR-Spektrums und die damit verbundenen Bindungsmodi dargestellt.

Aus den Komponenten des ESR-Spektrums können Bindungskonstanten, Bindungskapazitäten und biophysikalische Parameter ermittelt werden. Im Krebs-Modul werden daraus eine integrale Diskriminierungs-Funktion (DR - diagnostisches Resultat) und im Leber- bzw. Sepsis-Modul die Transportparameter berechnet.

 

letzte Änderung: April 2016

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